Josephine Hörburger

„Die Masterarbeit hatte den Titel Interreligiöse und interkulturelle Anforderungen an das deutsche Bestattungswesen. Es ging darum, dass ich mir anschauen wollte, wie ein Diversity-Friedhof konzipiert werden kann, sodass islamische, jüdische, christliche und nichtchristliche oder nichtreligiöse Gräber oder Grabfelder nebeneinander in Einklang sein können, also gemeinsam geplant und gebaut werden können – wie auch immer. „

 

„Meine Vorstellung ist eigentlich, den Verbund deutscher Bestatter zu kontaktieren und mit ihnen eine Ausbildung für Trauerbegleitung zu konzipieren, die dann im Prinzip vergleichbar mit der Hebamme wäre, die vom Kinderwunsch an bis nach der Geburt da ist und dann eben auch die Familien begleiten könnte.

Das wäre die eine Möglichkeit. Die andere Möglichkeit wäre, die Trauerwissenschaften an Akademien anzusiedeln. Das sind aber beides Projekte. Dafür bräuchte ich eine bessere Zeitvorstellung, weil das kein Projekt ist, das ich in ein oder zwei Jahren – wahrscheinlich auch nicht in fünf Jahren – verwirklichen könnte. Das wäre ein langfristiges Projekt, da bin ich mir sicher. Es gibt dort großen Nachholbedarf.“

Die Masterarbeit trug den Titel „Interreligiöse und interkulturelle Anforderungen an das deutsche Bestattungswesen“. Darin untersuchte Josephine Hörburger, wie ein sogenannter Diversity-Friedhof konzipiert werden kann, auf dem islamische, jüdische, christliche und nichtreligiöse Grabfelder nebeneinander bestehen und in Einklang miteinander stehen können. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Bestattungsrecht, insbesondere auf der Frage, an welchen Stellen Diskriminierungsmechanismen gesetzlich festgeschrieben oder implizit enthalten sind. Darüber hinaus setzte sie sich mit der Ausbildung von Bestattungsfachkräften auseinander.

Zentrales Anliegen war dabei einerseits das Verbindende zwischen den unterschiedlichen religiösen und kulturellen Perspektiven und andererseits die Frage nach dem Mehrwert solcher Ansätze. Josephine Hörburger ging der Überlegung nach, welche verbindenden Elemente es überhaupt gibt, und legte besonderen Wert darauf, diesen Aspekt in der Masterarbeit deutlich herauszustellen.

Josephine Hörburgers Vorstellung ist es, den Verbund Deutscher Bestatter zu kontaktieren und gemeinsam mit diesem eine Ausbildung im Bereich der Trauerbegleitung zu konzipieren. Diese Ausbildung könnte in ihrer Struktur mit der Tätigkeit einer Hebamme vergleichbar sein, die Familien vom Kindeswunsch bis über die Geburt hinaus begleitet. Auf diese Weise könnten auch trauernde Familien kontinuierlich betreut werden. Eine weitere Möglichkeit bestünde darin, die Trauerwissenschaften stärker zu akademisieren. Dies ist ein Ansatz, der sie besonders interessiert und den sie mit großer Motivation weiterverfolgen würde.

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