Rainer Lind nominiert für den Hessischer Hochschulpreis für Exzellenz in der Lehre 2025

Hessischer Hochschulpreis für Exzellenz in der Lehre 2025
„Webspace. Content, Media and Technology“
LV-12-079-153 und LV-12-079-157, im FB12 Mathematik und Informatik
Modulnr. 128220110; Modulname: CS502; Berufsvorbereitung

Das besondere dieser Veranstaltung ist die gelebte Interdisziplinarität: im Fachbereich Mathematik und Informatik lehren ein akademisch ausgebildeter Maler, Dipl. Designer und Videokünstler unterstützt von einem informatischen Tutor Studierende aller Fächer. Dieses besondere Arrangement besteht seit über zwanzig Jahre, in denen Rainer Lind nie in Routine verfallen ist, sondern stets neue Impulse aus seiner eigenen Arbeit einfließen lässt und auf die aktuellen Entwicklungen des Internets eingeht; gleichsam auch die verschiedenen Kompetenzen und Ideen der Studierenden aufgreift und in sein Curriculum einbindet. Dieser Vorschlag soll auch die Möglichkeit geben, einen langjährigen Kollegen aus der Statusgruppe der Lehrbeauftragten auszuzeichnen.

Die innovative Lehrveranstaltung bietet den Teilnehmenden eine praxisorientierte Plattform zur Entwicklung eigener Websites in Einzel- oder Kleingruppenarbeit. Dabei steht die Kombination redaktioneller Inhalte und die technische Umsetzung im Vordergrund. Der kreative Entwicklungsprozess umfasst sämtliche zentrale Schritte: von der inhaltlichen Konzeption über Design und Diskussion bis hin zur fundierten Auswahl und Anwendung der Webformate.

Der interdisziplinäre Charakter der Veranstaltung zwischen Kunst, Design und Informatik gewährleistet eine umfassende Vermittlung essenzieller Kompetenzen wie HTML, CSS und die Nutzung von Content-Management-Systemen mit künstlerischen und gestalterischen Ansätzen. Ergänzend dazu werden Grundlagen der Content-Produktion also der Fotografie, Videoproduktion, Textgestaltung sowie vielfältige visuelle und mediale Darstellungsformen, vermittelt. Dabei geht es nicht nur um die Erstellung der Inhalte, sondern auch um Grundlagen der Foto-, und Videobearbeitung. Lind gibt darüber hinaus – abgestimmt auf den individuellen Bedarf der Studierenden – eine Einführung in PHP oder in JavaScript, Frameworks und Backend-Integration. Das Seminar bietet somit ein breitgefächertes Lehrangebot, was auf die individuellen Projekte der Studierenden bezogen ist – ein Schweizer Taschenmesser des Webdesigns.

Als inhaltliches Angebot für die Lehrveranstaltung fungiert im kommenden Sommer- und Wintersemester eine Kooperation mit dem Jubiläumsprojekt „Marburger Wissensräume. 500 Jahre Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte“

Dieses Projekt verfolgt das Ziel, die Universitätsgebäude sowie die Wissenschaftsgeschichte Marburgs im Netz zu erfassen und als interaktive „Local Time Machine“ im Stadtraum erlebbar zu machen. Fachübergreifend werden historische und aktuelle Themen aus Forschung und Lehre sowie (historische) Persönlichkeiten und Alltagsleben an der Universität analysiert, aufbereitet und medial ansprechend gestaltet. Das Seminar greift das Thema auf, um den Studierenden bei der Erstellung ihrer ggf. ersten Webseite neue Zugänge zur eigenen Universität zufinden.

Die erarbeiteten Inhalte und Ergebnisse der Teilnehmenden können direkt in die Wissensräume einfließen und so einen wertvollen Beitrag zum Jubiläumsprojekt leisten. Dies umfasst sowohl inhaltliche Beiträge über die gestalteten Websites als auch die Entwicklung von Designelementen wie Icons, die in den Anwendungen der Wissensräume Verwendung finden. Der interdisziplinäre Ansatz fördert die Zusammenarbeit zwischen Studierenden verschiedener Fachrichtungen – darunter Informatik, Medienwissenschaften, Kunst, Germanistik, Philosophie und Soziologie – und eröffnet damit vielfältige Perspektiven und kreative Synergien.

Informatik-Vorkenntnisse sind dabei keine Voraussetzung, da die Veranstaltung auf unterschiedliche Wissensniveaus eingeht. Dadurch, dass die Universität selbst zum Thema wird, erleichtern sich die Wege und die Organisation der Content-Produktion, so dass sich ganz auf die Qualität in der gestalterischen und technischen Umsetzung konzentriert werden kann.

Durch die selbstständige Projektarbeit sammeln die Studierende beruflich qualifzierende Erfahrungen im Projektmanagement und der Entwicklung eigener Ideen und Konzepte. Sie lernen Arbeitspakete und Meilensteine zu planen und zu koordinieren. Ein zentraler Aspekt ist der kollaborative Austausch im Seminar und in Kleingruppen. Die Studierenden erhalten in allen Phasen konstruktives Feedback, innovative Anregungen und vielschichtige Perspektiven, die zur Weiterentwicklung ihrer Projekte beitragen vom ersten Entwurf bis zum Launch der eigenen Seiten. Dabei wird Wert daraufgelegt, Freiräume für Experimente zu schaffen: Die Themenwahl und die konkreten Umsetzungsansätze stehen den Teilnehmenden frei. Die Designs orientieren sich an den spezifischen Anforderungen der Inhalte und dürfen gern experimentell und unkonventionell sein. Dabei wird Sensibilität für Barrierefreiheit und Diversität geschult.

Prof. Dr. Peter Bell

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