BERND KRIMMEL: „Oberbürgermeister Sabais kam dann zu mir und sagte, ich müsse jetzt als Nächstes etwas machen. Er habe sich eine Ausstellungsreihe überlegt, das Kleine, also alles mit kleinen Formaten statt mit großen Bildern. Diese Transporte würden enorm viel Geld kosten, und vor allen Dingen seien die Versicherungen sehr hoch. Deshalb schlage er vor, eine Ausstellungsreihe mit kleinen Formaten zu machen.
Zunächst habe es geheißen, das kleine Format bringe überhaupt gar nichts, gar nichts. Wenn überhaupt, habe ich vorgeschlagen, eine Kunstform zu wählen, die noch völlig unterschätzt werde, nämlich die Zeichnung. Dabei habe er auch gleich den Namen gefunden und gesagt, sie solle „Internationale der Zeichnung“ heißen.
Daraufhin habe ich diese Internationale der Zeichnung realisiert, bei der ich auch in der ganzen Welt herumgefahren sei, unterstützt durch den Rat einflussreicher Persönlichkeiten. Auf diese Weise habe ich den Horizont der modernen Zeichenkunst erweitert. Es habe jeweils Sonderausstellungen gegeben, zum Beispiel zu Paul Klee oder Matisse oder Klimt oder Schiele, und das seien international erfolgreiche Ausstellungen gewesen.
In der Zeitschrift Capital habe es damals eine besondere Seite gegeben, auf der Kunstereignisse bewertet worden seien. Dort sei die Internationale der Zeichnung unter den temporären Ausstellungen noch vor der Biennale in Venedig, Tokio und Rio de Janeiro eingeordnet worden, und zwar als die wichtigste, die es gegeben habe. Deshalb habe er schließlich zu mir gesagt, jetzt müsse ich hier richtig anpacken, und ich würde nun Kunstreferent.“