Aber was heißt eigentlich die aktuelle Lage in meinem Leben? Also schon ziemlich viele Jahre in meinem Leben ist es so, dass ich ständig hin- und her switche.
Eine Festanstellung ist für mich eher wie ein Gefängnis, statt ein Weg in Richtung Freiheit. Ich bin einfach ein ziemlich freiheitsliebender Mensch.
Ich habe 15 Jahre in der Gastro gearbeitet, und irgendwann kam der Punkt, an dem ich mir selbst gesagt habe: Ich muss hier raus. Die Stadt hatte mir nichts mehr gegeben, zu viel Trubel. Und allgemein haben mir die Regeln innerhalb dieses Systems nie gutgetan – auch nicht als Kind. Das war schon immer so ein Punkt, an dem ich gesagt habe: Ich wehre mich dagegen, oder ich will mich zumindest dagegen wehren.
Tatsächlich waren es auch die Wochenenden, die ich nie hatte. Ich bin ja ausgebildet in der Systemgastronomie, und ich habe 15 Jahre lang am Wochenende gearbeitet. Das habe ich auch immer gemacht, weil ich es super gerne getan habe. Gastgeber von Herzen – deshalb habe ich diesen Beruf auch gelernt.
Mir war es auch immer wichtig, mit „meiner Tasche“ zu arbeiten. Wenn du in der Gastro in einem Betrieb arbeitest, in dem Selbstbedienung herrscht, finde ich das einen sehr, sehr undankbaren Job. Da gibt es zum Beispiel kein Trinkgeld – und das ist in diesen schlecht bezahlten Jobs fast überlebenswichtig.
Das musst du einfach wissen, bevor du in die Gastro einsteigst. Der Großteil meiner Arbeit war aber eigentlich immer Barkeeper oder auch Barista. Das hat mir auch sehr, sehr viel Spaß gemacht. Latte Art, Kaffee machen, morgens die Leute bedienen – das war immer ein cooles Klientel, auch in Frankfurt.
Was die ganzen Barkeeper-Utensilien angeht: Es gab immer ein paar Sachen, die ich privat bei mir geführt habe. Einfach, weil ich nicht wollte, dass ein anderer Barkeeper in einer anderen Schicht meine Sachen benutzt. Ich wusste, wie teilweise damit umgegangen wird, und wollte einfach ein bisschen mehr Obacht auf meine eigenen Sachen geben.
Also diese Dose, meine Instrumente – die waren tatsächlich ein Geschenk von meinem Ausbilder. Der hatte mir damals einen Shaker geschenkt und ein Kellnermesser, in das mein Name eingraviert war. Das war etwas Besonderes für mich. Das steht auch heute noch in der Tasche, unbenutzt. Darauf passe ich auf.
So war es die meiste Zeit. Dann kam Corona noch dazu … „
Ob ich jetzt ein Graffiti auf ein Blatt Papier male, einen Track schreibe, Musik mache oder produziere oder ein paar Videos schneide – egal, was das alles beinhaltet: Ich brauche immer mal wieder zwei, drei Tage Abstand davon, um darüber nachzudenken und dann dementsprechend besser zu werden.
Mein Leben ist quasi eine große Herausforderung. Das habe ich mir selbst gegeben, weil ich finde: Je größer meine Skills am Ende sind, desto mehr habe ich selbst davon. Ich kann zwar die dicksten Häuser kaufen, ich kann mir die krassesten Autos holen – aber wenn ich sterbe, gehe ich ohne all diese Sachen. Ich gehe mit meinen Skills, mit dem, was ich gelernt habe, und mit den Erfahrungen, die ich gesammelt habe.
Und das ist, glaube ich, das wirklich Wichtige für mich: dass ich selbst immer weiter wachse. Ich bespreche das auch ab und zu mit anderen Leuten, einfach mit Freunden, um Sichtweisen auszutauschen. Aber es gibt nicht viele, die diese Sichtweise teilen oder sagen: Okay, da könnte ich mitziehen. Viele sagen dann eher: Ich verstehe das ja, aber das System – das ist doch Sicherheit.“
