Prof. Peter Bell über Fremdheit und Armut

Im folgenden Videoausschnitt fehlt die Erklärung für die Verwendung des Begriffes „Zigeuner“. Ungeachtet davon, dass bei der Produktion des Videos sich der Sprachgebrauch erst nach und nach zu Sinti und Roma verändert hat, nutzte Bell (wie auch Bogdahl 2014) das Z-Wort als historischen Quellen- und Sammelbegriff, um Anzuzeigen, dass die Bilder der Mehrheitsgesellschaft nicht unmittelbar die Minderheit zeigen, sondern ein stereotypes Zerrbild erfinden, was auf die Gruppe projiziert wird. Die einfache Ersetzung des Z-Wortes mit dem Begriffspaar Sinti und Roma kann zu einer undifferenzierten Übertragung der im diskriminierenden Begriff wie auch in den Darstellungen enthaltenen Stereotype führen. Die Begriffsdiskussion wird bis heute kontrovers geführt.

Nach einer Steinmetzlehre studiert Peter Kunstgeschichte und Betriebswirtschaftslehre sowie der Graphik & Malerei an der Philipps-Universität Marburg und promoviert zu „Getrennte Brüder und antike Ahnen. Repräsentation der Griechen in der italienischen Kunst zur Zeit der Kirchenunion (1438–1471). Seit dem ist „Fremtheit und „Armut einer seiner Forschungsschwerpunkte geblieben.

Weitere Forschungsschwerpunkte: Digitale Kunstgeschichte, Digital Humanities und Digitalisierung in Museen // Image Processing, Computer Vision, Augmented Reality // Visuelle Repräsentationen sozialer Gruppen insbesonderer Fremden vom Mittelalter bis in die Gegenwart // Kulturtransfer, Rezeption, Interkulturalität

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Dieses Interview haben wir 2014 aufgezeichnet, also schon vor der so abfällig bezeichneten „Flüchtlingswelle“ 2015. Interessant ist der Schwerpunk, damals noch gar nicht so sehr im Blickpunkt der Öffentlichkeit: Peter deutet schon sehr genau an, wie Bildregie in den sozialen Medien geführt wird. Heute stehen da Begriffe wie „Filterblasen“ im Raum. .

Headerabbildung. Piero della Francesca, Geißelung Chrisi, Galleria Nazionale delle Marche Urbino

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