4–3–2–1 Mathildenhöhe Darmstadt / Wiedereröffnung der Ausstellungshallen
Drei meiner Interviews in gekürzter Version sind in der Mediathek bzw. der Ausstellung zu sehen sein: Ankabuta, Annegret Soltau und Fritz Deppert. Die ungekürzte Versionen meiner Interviews sind hier auf der Webseite zu sehen.
Das Institut Mathildenhöhe Darmstadt feiert die Wiedereröffnung des umfassend sanierten Ausstellungsgebäudes mit einer vielseitigen Sonderausstellung zur Kunst-Topografie von Darmstadt. Gemälde, Skulpturen, Grafiken, Fotografien und Videokunst aus der Städtischen Kunstsammlung Darmstadt beleuchten historische Ereignisse der Stadt und stellen Personen vor, die hier gelebt und gearbeitet haben, bzw. leben und arbeiten.
ANKABUTA 2014. Mit Beiträgen von Rosa Judt // Corinna Krämer // Dr. Ralf Beil. Direktor Institut Mathildenhöhe Darmstadt // Dr. Philipp Gutbrod. Ausstellungskurator Mathildenhöhe Darmstadt // Norbert Grossmann. Klavier // Video Rainer Lind
ANKABUTA / 2024
ANNEGRET SOLTAU / 2013
FRITZ DEPPERT / 2023
Bernd Krimmel war Geschäftsführer und Mitglied der Darmstädter Sezession / einer Künstlervereinigung mit Sitz in Darmstadt gegründet 1919. Er kuratierte 1963 die Ausstellung „Zeugnisse der Angst“ auf der Mathildenhöhe in Darmstadt. Er war inspiriert von den Geschehnissen um die Kuba Krise. Von 1975 – 1989 wurde er Leiter des Instituts Mathildenhöhe und Kulturreferent der Stadt Darmstadt.
BERND KRIMMEL: „Oberbürgermeister Sabais kam dann zu mir und sagte, ich müsse jetzt als Nächstes etwas machen. Er habe sich eine Ausstellungsreihe überlegt, das Kleine, also alles mit kleinen Formaten statt mit großen Bildern. Diese Transporte würden enorm viel Geld kosten, und vor allen Dingen seien die Versicherungen sehr hoch. Deshalb schlage er vor, eine Ausstellungsreihe mit kleinen Formaten zu machen.
Zunächst habe es geheißen, das kleine Format bringe überhaupt gar nichts, gar nichts. Wenn überhaupt, habe ich vorgeschlagen, eine Kunstform zu wählen, die noch völlig unterschätzt werde, nämlich die Zeichnung. Dabei habe er auch gleich den Namen gefunden und gesagt, sie solle „Internationale der Zeichnung“ heißen.
Daraufhin habe ich diese Internationale der Zeichnung realisiert, bei der ich auch in der ganzen Welt herumgefahren sei, unterstützt durch den Rat einflussreicher Persönlichkeiten. Auf diese Weise habe ich den Horizont der modernen Zeichenkunst erweitert. Es habe jeweils Sonderausstellungen gegeben, zum Beispiel zu Paul Klee oder Matisse oder Klimt oder Schiele, und das seien international erfolgreiche Ausstellungen gewesen.
In der Zeitschrift Capital habe es damals eine besondere Seite gegeben, auf der Kunstereignisse bewertet worden seien. Dort sei die Internationale der Zeichnung unter den temporären Ausstellungen noch vor der Biennale in Venedig, Tokio und Rio de Janeiro eingeordnet worden, und zwar als die wichtigste, die es gegeben habe. Deshalb habe er schließlich zu mir gesagt, jetzt müsse ich hier richtig anpacken, und ich würde nun Kunstreferent.“