Wilhelm Walther wurde am 28. Januar 1889 in Grebenau/Hessen geboren. Nach dem Umzug der Familie nach Darmstadt wurde dieser Ort für Willy – wie er sich auch offiziell nannte – zum geographischen Lebensmittelpunkt. Nach dem Abitur am Ludwig-Georgs-Gymnasium studierte Wilhelm Walther evangelische Theologie. Allerdings kämpfte er schon während des Studiums mit schweren Krisen seiner religiösen Überzeugung und war später nie als Theologe tätig. Stattdessen widmete er sich, seinen vielseitigen Begabungen entsprechend, der Kunst als Zeichner, Grafiker, Schriftsteller, Übersetzer und Komponist. Aus politischen Gründen wurde Willy Walther im Februar 1937 von den Nationalsozialisten in „Schutzhaft“ genommen. Nach knapp drei Jahren im KZ Dachau wurde er in das KZ Mauthausen „verbracht“, wo er am 24. Februar 1940 den Qualen des Konzentrationslagers erlag.
In Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Reinhard Volz, Rainer Lind und der Geschichtswerkstatt Darmstadt wurden zahlreiche Dokumente für die Ausstellungen der Geschichtswerkstatt in Dachau, Darmstadt und Wiesbaden zusammengestellt, editiert und für die Ausstellungen aufbereitet. Zuletzt geschah dies im Rahmen eines > Konzertabends mit Werken von Willy Walther sowie einer Ausstellung in der Akademie für Tonkunst in Darmstadt am 10. Oktober 2024.
Die Erinnerung an Wilhelm („Willy“) Walther fand in den letzten Jahren ihren Niederschlag in verschiedenen Ausstellungen, sei es in einer digitalen Ausstellung des Stuttgarter Stefan George Archivs oder in mehreren Ausstellungen der „Geschichtswerkstatt Darmstadt“, für die der Künstler Rainer Lind eindrückliche Bildtafeln zu Leben und Werk Wilhelm Walthers gestaltet hat.
„ROSEN UND DISTELN – Geburtstagsbriefe an Stefan George“
Das Stefan George Archiv in der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart zeigte aus Anlass von Georges 150. Geburtstag im Jahr 2018 eine Ausstellung mit an George gerichteten Glückwünschen aus den Jahren 1896 bis 1933.
Zu den gezeigten Glückwünschen gehört auch ein Foto von Wilhelm Walther, das er am 12. Juli 1911 mit einer Abschrift des George-Gedichts „So ich traurig bin …“ an den seinerzeit berühmten Dichter geschickt hat. Wilhelm Walther war damals 22 Jahre alt. Dasselbe Gedicht hat Walther in jener Zeit für Singstimme und Klavier vertont.

Neben dem abgebildeten Widmungsblatt mit Foto zeigte die digitale Ausstellung weitere 4 Texttafeln, in denen kurz auf Leben und Werk Wilhelm Walthers eingegangen wurde. Eine erweiterte digitale Fassung dieser Ausstellung war von 2021 bis 2025 auf den Seiten der Deutschen Digitalen Bibliothek zu sehen und ist als langzeitgesicherte Fassung weiterhin zugänglich.
—> WEITERE INFORMATIONEN
„Zwischen Nonkonformität und Widerstand. Biografische Erkundungen 1933-1945. Dachau – Darmstadt – Osthofen – Wiesbaden“
In Zusammenarbeit mit der „Geschichtswerkstatt Darmstadt“ hat der Künstler Rainer Lind Bildtafeln entwickelt, die Fotos und Dokumente von Personen zeigen, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfemt, verfolgt und vielfach auch ermordet wurden. Darunter auch Wilhelm (Willy) Walther.

